Sie traten nach draußen. Während ihrer Suche nach Maike war Tilda völlig entgangen, wie stark es sich abgekühlt hatte. Sie trug noch immer ihr T-Shirt vom Nachmittag, dazu eine Leinenhose. Auch Mick war sommerlich gekleidet, allerdings schien ihm der kalte Wind nichts anhaben zu können. Tilda stellte sich an seine Seite.
»Wunderschön«, seufzte Mick.
»Aber man erkennt doch gar nichts.«
»Das muss ich auch nicht.« Er schloss die Augen. Tilda tat es ihm gleich.
»Manchmal kann man es einfach spüren«, sagte er.
»Wie meinst du das?«
»Mein bester Freund ist seit seiner Geburt blind. Er hat mir eines Tages erzählt, wie gerne er am Meer ist. Und ich fragte ihn damals, warum? Ich meine, er sieht ja nichts von der schönen Umgebung.«
»Was hat er dir geantwortet?«
»Es ist der Wind auf der Haut, der besondere Geruch des Meeres, die Geräusche der Brandung, das Gefühl, wenn zum ersten Mal eine kalte Welle deine Beine umspült ... Um dieses Glück zu erleben, musste er nichts sehen können.«
